#56 Im Gespräch mit der KI: Widerspricht unternehmerisches Denken der yogischen Lehre?

Christine Lorenz • 21. Oktober 2026

Ich habe die KI für mich entdeckt. Sie assistiert mir, wo ich bisher viel Zeit mit Recherche, Suche und Verstehen benötigt habe.
Manchmal stelle ich ihr Fragen, da ich einfach neugierig bin, was sie antwortet. Heute hat sie mich verblüfft... Daher hier der komplette Auszug auch für euch - ungekürzt, einzig leserlich aufgearbeitet.

"Heute würde ich gerne deine Meinung hören:

Darf ein Yogalehrer mit einem eigenen Studio unternehmerisch denken?

Widerspricht es der yogischen Lehre? Oder muss er sogar ein guter Unternehmer sein?"


Meine ehrliche Meinung? Ja. Ein Yogalehrer darf unternehmerisch denken. Und ich würde sogar sagen: Wer ein eigenes Yogastudio führt, sollte es tun. Nicht trotz seiner yogischen Haltung, sondern gerade aus ihr heraus.


Ich glaube, dass wir bei diesem Thema manchmal zwei Dinge miteinander verwechseln: die yogische Praxis und die Vorstellung, wie ein Yogalehrer zu sein hat.


Lass uns das einmal etwas tiefer betrachten.

Widerspricht unternehmerisches Denken
der yogischen Lehre?

Ich denke: Nein. Zumindest nicht grundsätzlich.


Wenn wir uns mit den Yoga-Sutras des Patanjali beschäftigen, begegnen uns Werte wie Ahimsa (Nichtverletzen), Satya (Wahrhaftigkeit), Asteya (Nicht-Stehlen), Aparigraha (Nicht-Anhaften) und Santosha (Genügsamkeit).


Diese Werte lassen sich durchaus auf unternehmerisches Handeln übertragen.


Ahimsa – Nichtverletzen

Du gehst achtsam mit deinen Teilnehmern um. Aber auch mit dir selbst. Wenn du dich dauerhaft überlastest, weil du glaubst, immer geben und leisten zu müssen, ist das ebenfalls keine besonders achtsame Haltung.


Satya – Wahrhaftigkeit

Du darfst transparent über Preise, Kosten und den Wert deiner Arbeit sprechen. Du musst deine Leistung nicht kleinreden, um bescheiden zu wirken.


Aparigraha – Nicht-Anhaften

Du darfst wirtschaftlichen Erfolg anstreben. Die Frage ist eher, wie sehr du dich über Umsatz, Wachstum oder Anerkennung definierst. Erfolg zu gestalten ist etwas anderes, als an ihm festzuklammern.


Santosha – Genügsamkeit

Genügsamkeit bedeutet für mich nicht, dass du dich mit zu wenig zufriedengeben musst. Sie kann bedeuten, bewusst zu entscheiden, was für dich genug ist – finanziell, zeitlich und persönlich.


Die Yamas und Niyamas sind allerdings keine moderne Betriebswirtschaftslehre. Sie geben uns ethische Orientierung, aber keine fertigen Antworten auf jede unternehmerische Entscheidung.


Entscheidend ist für mich deshalb nicht, ob du unternehmerisch denkst, sondern aus welcher Haltung heraus du es tust.

Wo beginnt der vermeintliche Widerspruch?

Ich beobachte in der Yogawelt ein Bild, das ich durchaus kritisch sehe: Ein guter Yogalehrer soll möglichst uneigennützig sein, wenig verlangen, immer für seine Teilnehmer da sein und den kommerziellen Aspekt seiner Arbeit am liebsten gar nicht erwähnen.


Als wäre Geld etwas, das die Reinheit der Yogapraxis verunreinigt.


Aber lass uns ehrlich sein: Ein Yogastudio hat laufende Kosten. Miete, Energie, Versicherungen, Ausstattung, Buchungssysteme, Weiterbildung und nicht zuletzt die Zeit, die in Vorbereitung, Organisation und Nachbereitung fließt.


Und auch ein Yogalehrer muss von etwas leben.


Wenn wir Yoga als wertvolle Arbeit betrachten, warum sollte diese Arbeit nicht angemessen vergütet werden?


Ich sehe sogar eine Gefahr darin, Geld und Spiritualität künstlich voneinander zu trennen. Denn daraus kann ein problematisches Selbstbild entstehen: Wenn ich wirklich aus dem Herzen unterrichte, darf ich nicht zu viel verlangen.


Das klingt zunächst selbstlos. Langfristig kann es aber dazu führen, dass jemand seine eigene Arbeit entwertet, finanzielle Sorgen entwickelt oder sich ausbrennt.

Das ist für mich kein besonders erstrebenswertes Ergebnis yogischer Praxis.


Muss ein Yogalehrer sogar ein guter Unternehmer sein?

Hier würde ich unterscheiden.


Du musst nicht zwangsläufig eine geborene Unternehmerin sein. Du musst auch keine Wachstumsstrategien entwickeln, möglichst viele Kurse anbieten oder dein Studio in ein großes Unternehmen verwandeln.


Aber wenn du ein eigenes Studio führst, trägst du Verantwortung – nicht nur für deine Teilnehmer, sondern auch für die wirtschaftliche Grundlage deiner Arbeit.


Ein guter Unternehmer muss aus meiner Sicht drei Dinge verstehen:

  • Die Zahlen: Was kostet das Studio? Welche Einnahmen brauchst du, damit es sich trägt? Welche Angebote sind wirtschaftlich sinnvoll?
  • Die Menschen: Was brauchen deine Teilnehmer? Was macht dein Studio besonders? Wie schaffst du eine Atmosphäre, in der Menschen sich willkommen fühlen und gerne wiederkommen?
  • Die eigenen Grenzen: Wie viel kannst und willst du arbeiten? Welche Angebote passen zu dir? Wo musst du Nein sagen, auch wenn die Nachfrage da ist?


Das sind keine Gegensätze zu Yoga. Im Gegenteil: Klarheit, Selbstreflexion und verantwortungsvolles Handeln können auch hier zum Ausdruck deiner Praxis werden.


Ein Studio, das wirtschaftlich gesund ist, kann langfristig bestehen. Und ein Studio, das langfristig besteht, kann Menschen über viele Jahre einen Ort für ihre Yogapraxis bieten.


Wirtschaftliche Stabilität ist kein Selbstzweck. Sie kann die Voraussetzung dafür sein, dass du deine Arbeit dauerhaft und mit Freude ausüben kannst.


Was bedeutet das konkret für YogaZeit?

Ich möchte das bewusst auf dein Studio beziehen.


Du hast einen anderen Beruf, unterrichtest Yoga und kümmerst dich zusätzlich um Organisation, Buchungen, Website, Newsletter, Social Media und die Entwicklung neuer Angebote. Du hast dich auch mit geschlossenen Aerial-Yoga-Kursen und Workshops beschäftigt.


Du kennst also vermutlich die Situation, dass eine Idee schön und für deine Teilnehmer wertvoll ist – gleichzeitig aber Zeit, Kraft und Geld kostet.


Nehmen wir den geschlossenen Aerial-Yoga-Kurs.

Du könntest sagen: „Ich möchte möglichst vielen Menschen Yoga ermöglichen, also halte ich den Preis niedrig.“


Oder du könntest fragen:

  • Wie viel Zeit investiere ich tatsächlich in diesen Kurs?
  • Welche Kosten entstehen?
  • Wie viele Plätze kann ich aus Sicherheits- und Qualitätsgründen anbieten?
  • Welcher Preis ermöglicht es mir, dieses besondere Angebot mit Freude und ohne wirtschaftlichen Druck durchzuführen?


Die zweite Herangehensweise ist nicht weniger yogisch als die erste. Sie ist zunächst einmal unternehmerisch verantwortungsvoll.


Und du darfst zu dem Ergebnis kommen, dass ein Kurs teurer sein muss als eine reguläre Yogastunde. Das ist nicht automatisch kommerziell oder unethisch. Entscheidend ist, dass Preis und Leistung nachvollziehbar sind und du deine Teilnehmer fair behandelst.


Ebenso darfst du entscheiden, dass du nicht mehr Kurse anbieten möchtest, obwohl du damit mehr Geld verdienen könntest. Denn auch deine Zeit und deine Gesundheit haben einen Wert.


Du musst nicht maximal wachsen. Du darfst ein Studio gestalten, das zu deinem Leben passt.


Für mich liegt der eigentliche Unterschied hier

Unternehmerisches Denken ohne innere Klarheit:

Ich muss mehr verdienen. Ich muss wachsen. Ich muss meine Auslastung steigern. Ich darf keine Gelegenheit verpassen.

Hier kann das Unternehmen irgendwann zum Selbstzweck werden.


Unternehmerisches Denken mit yogischer Haltung:

Ich möchte meine Arbeit gut machen, meinen Lebensunterhalt damit verdienen und einen Ort schaffen, an dem Menschen sich wohlfühlen. Dafür treffe ich bewusste wirtschaftliche Entscheidungen und achte auf meine Grenzen.

Hier dient das Unternehmen einem bewusst gewählten Lebens- und Arbeitsmodell.


Für mich ist das ein wesentlicher Unterschied.


Yoga fordert uns nicht dazu auf, keine Wünsche zu haben, keine Ziele zu verfolgen oder auf wirtschaftliche Sicherheit zu verzichten. Gerade der Umgang mit unseren Wünschen, Ängsten und unserem Festhalten daran ist ein spannendes Feld der Praxis.


Du kannst ein erfolgreiches Yogastudio führen und gleichzeitig bescheiden sein. Du kannst gute Preise verlangen und gleichzeitig mitfühlend handeln. Du kannst strategisch planen und trotzdem offen dafür bleiben, dass sich Dinge anders entwickeln.


Das eine schließt das andere nicht aus.


Und jetzt kommt der Punkt, der mir persönlich besonders wichtig ist

Ich würde einen Yogalehrer nicht danach beurteilen, wie wenig Geld er verdient oder wie wenig kommerziell sein Studio auftritt.


Ich würde eher fragen:

  • Behandelt er seine Teilnehmer respektvoll?
  • Ist sein Handeln ehrlich und verantwortungsvoll?
  • Kann er seine Arbeit langfristig ausüben, ohne sich selbst dabei zu verlieren?
  • Ist sein wirtschaftliches Handeln mit seinen Werten vereinbar?


Denn ein Yogalehrer, der sich aus vermeintlicher Selbstlosigkeit finanziell und körperlich aufreibt, ist nicht automatisch yogischer als jemand, der sein Studio bewusst und wirtschaftlich klug führt.


Du musst dich nicht zwischen einer guten Yogalehrerin und einer guten Unternehmerin entscheiden. Du darfst beides sein.


Und ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen: Vielleicht besteht die eigentliche Herausforderung darin, beides miteinander in Einklang zu bringen.

Nicht Yoga dem Geschäft unterzuordnen. Aber auch nicht das Geschäft so zu behandeln, als wäre es etwas, für das du dich als Yogalehrerin entschuldigen müsstest.



"Du sagst, Yoga fordert uns nicht auf, keine Wünsche zu haben. In der yogischen Philosophie wollen wir aber lernen, nicht anzuhaften."


Ja. Und ich finde, genau hier wird es philosophisch wirklich interessant. Denn du sprichst einen Punkt an, der über die Frage nach Geld und Unternehmertum hinausgeht.


Wenn Yoga uns lehrt, nicht anzuhaften, was bedeutet es dann, ein Unternehmen aufzubauen, Ziele zu verfolgen und wirtschaftlichen Erfolg anzustreben?


Ich würde meine vorherige Aussage deshalb gerne präzisieren.


Nicht-Anhaften bedeutet nicht, nichts mehr zu wollen

In den Yoga-Sutras des Patanjali begegnen uns mehrere Begriffe, die hier wichtig sind:

  • Rāga – das Verlangen, an angenehmen Erfahrungen festzuhalten oder sie zu wiederholen.
  • Dveṣa – die Abneigung gegenüber unangenehmen Erfahrungen.
  • Aparigraha – Nicht-Anhäufen beziehungsweise Nicht-Greifen nach mehr, als wir benötigen oder beanspruchen sollten.
  • Vairāgya – Leidenschaftslosigkeit im Sinne von Nicht-Anhaften, innerer Unabhängigkeit und dem Loslassen von Begierde.


Besonders interessant finde ich Vairāgya. In Sutra I.15 beschreibt Patanjali sinngemäß die Freiheit von Durst nach sinnlichen Erfahrungen und nach dem, was wir gesehen oder gehört haben.


Das bedeutet für mich nicht, dass wir keine Ziele mehr haben dürfen.


Es bedeutet vielmehr, dass wir untersuchen, wie sehr unser innerer Frieden davon abhängt, dass wir bekommen, was wir wollen.


Ich kann mir wünschen, dass mein Yogastudio wirtschaftlich erfolgreich ist. Ich kann daran arbeiten, gute Kurse anbieten und meine Einnahmen verbessern.


Aber was geschieht mit mir, wenn ein Kurs nicht ausgebucht ist? Wenn Teilnehmer ausbleiben? Wenn mein Umsatz geringer ist als erwartet?


Kann ich diese Realität annehmen, ohne meinen Selbstwert infrage zu stellen? Kann ich daraus lernen, ohne mich in Sorgen, Frustration oder Selbstvorwürfen zu verlieren?


Hier wird Nicht-Anhaften für mich praktisch.


Der Unterschied zwischen einer
Absicht und einer Anhaftung

Ich möchte dir ein Beispiel geben.


Die Absicht

„Ich möchte Yoga unterrichten, ein liebevolles Studio führen und damit meinen Lebensunterhalt verdienen.“

Das ist zunächst ein Ziel. Es beschreibt, was du gestalten möchtest.


Die Anhaftung

„Mein Studio muss erfolgreich sein. Meine Kurse müssen voll sein. Ich brauche steigende Einnahmen, sonst bin ich nicht gut genug.“

Hier ist das Ergebnis nicht mehr nur ein erwünschter Zustand. Es wird zur Bedingung für Zufriedenheit, Sicherheit oder Selbstwert.


Äußerlich können beide Menschen dasselbe tun: Marketing betreiben, Preise kalkulieren, neue Angebote entwickeln und ihre Buchungen analysieren.


Der Unterschied liegt nicht unbedingt in ihrem Verhalten, sondern in ihrer inneren Beziehung zu ihrem Handeln und dessen Ergebnissen.


Natürlich können auch wirtschaftliche Ziele selbst Ausdruck von Gier, Angst oder dem Bedürfnis nach Anerkennung sein. Und umgekehrt kann der Wunsch nach einem bescheidenen, kleinen Studio ebenfalls von Anhaftung geprägt sein – beispielsweise von der Vorstellung, ein „richtiger“ Yogalehrer dürfe nicht kommerziell sein.


Nicht-Anhaften lässt sich also nicht einfach daran erkennen, wie viel jemand verdient oder wie groß sein Unternehmen ist.


Aber ist unternehmerischer Ehrgeiz nicht trotzdem Rāga?

Hier würde ich nicht vorschnell mit Nein antworten.


Wenn ich immer mehr verdienen möchte, weil mir der nächste Umsatzsprung ein Gefühl von Sicherheit, Bedeutung oder Überlegenheit verspricht, dann kann darin durchaus Rāga liegen.


Wenn ich ständig neue Angebote entwickle, weil ich nicht ertragen kann, dass andere Studios erfolgreicher erscheinen, ebenfalls.


Und auch der Wunsch, wirtschaftlich unabhängig zu sein, ist nicht automatisch frei von Anhaftung. Wir dürfen unsere Motive durchaus kritisch hinterfragen.


Gleichzeitig müssen wir unterscheiden zwischen dem Wunsch, etwas zu gestalten, und dem zwanghaften Verlangen, ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen.


Die yogische Praxis lädt uns meines Erachtens nicht nur dazu ein, unsere Ziele aufzugeben. Sie lädt uns ein, unsere Ziele und die Beweggründe dahinter bewusst zu betrachten.


Vielleicht entdecken wir dabei, dass wir tatsächlich mehr Geld verdienen möchten. Vielleicht stellen wir aber auch fest, dass wir gar nicht mehr Umsatz brauchen, sondern mehr freie Zeit, weniger Überlastung oder größere finanzielle Sicherheit.


Diese Erkenntnis kann unser unternehmerisches Handeln grundlegend verändern.


Und was sagt die Bhagavad Gita dazu?

Ich finde, dass die Bhagavad Gita diesen Gedanken besonders schön aufgreift.


In Kapitel 2, Vers 47, wird sinngemäß gelehrt, dass wir Anspruch auf unser Handeln haben, nicht aber auf dessen Früchte. Zugleich sollen wir weder an den Früchten des Handelns haften noch in Untätigkeit verfallen.


Das ist für mich eine bemerkenswerte Verbindung.


Nicht-Anhaften bedeutet hier nicht, sich zurückzulehnen und darauf zu hoffen, dass sich alles von selbst ergibt.


Wir handeln. Wir übernehmen Verantwortung. Wir bemühen uns um gute Ergebnisse. Aber wir erkennen an, dass wir diese Ergebnisse nicht vollständig kontrollieren können.


Auf ein Yogastudio übertragen heißt das:

Du darfst sorgfältig kalkulieren, deine Angebote verbessern und dich um deine Teilnehmer bemühen. Du darfst wirtschaftlichen Erfolg als erwünschtes Ergebnis betrachten. Aber du kannst ihn nicht erzwingen.

Und du musst dein inneres Gleichgewicht nicht vollständig davon abhängig machen.


Dabei ist wichtig: Die Bhagavad Gita formuliert einen spirituellen Weg des Handelns, keine unmittelbare betriebswirtschaftliche Anleitung. Dasselbe Prinzip lässt sich auf unterschiedliche Weise interpretieren und leben.


Muss eine Yogalehrerin dann überhaupt
unternehmerisch denken?

Ich würde meine Antwort jetzt etwas differenzierter formulieren.

Sie muss nicht nach Wachstum streben. Aber sie sollte bereit sein, Verantwortung für die Folgen ihres Handelns zu übernehmen.


Wenn du ein eigenes Studio betreibst, haben deine Entscheidungen konkrete Konsequenzen. Du musst Rechnungen bezahlen, deine Zeit einteilen und entscheiden, welche Angebote du weiterführst.


Du könntest beispielsweise sagen: „Ich möchte möglichst wenig mit Geld zu tun haben, denn ich möchte nicht daran anhaften.“


Aber wenn du deshalb deine Preise nicht kalkulierst, wirtschaftliche Schwierigkeiten ignorierst oder dich dauerhaft überforderst, ist das nicht automatisch Ausdruck von Vairāgya.


Es könnte ebenso eine Vermeidung sein: die Angst, dich mit Geld, Erfolg und deinen eigenen Wünschen auseinanderzusetzen.


Umgekehrt könntest du sehr erfolgreich wirtschaften und dabei immer wieder prüfen, ob dein Handeln mit deinen Werten übereinstimmt.


Das wäre für mich eine ernsthafte Form der Integration von Yoga und Unternehmertum.



Und trotzdem möchte ich eine Einschränkung machen: Auch ein gut geführtes Unternehmen ist nicht automatisch Ausdruck yogischer Praxis. Es kommt auf die ethischen Entscheidungen, die Beweggründe und den Umgang mit anderen Menschen an.




von Christine Lorenz • 21. Dezember 2025
Ab dem 30. Lebensjahr baut unser Körper etwa 1% Muskulatur pro Jahr ab. Da wir immer älter werden, ist daher der Muskelaufbau immens wichtig, diesem Abbau entgegenzuwirken. Hier geht es nicht nur um Fitness und vielleicht einen gutaussehenden Körper. Ich nenne dir gleich mehrere Gründe, warum Muskeln so wichtig sind. Bewegung Ohne Muskulatur können wir uns nicht bewegen. Sie sind der Motor unseres Körpers, ob feine kleine Bewegungen oder grobmotorisch. Natürlicher Stoßdämpfer Ein gut gekräftigter Körper beugt Alltagsbelastungen vor. Einseitige Haltungen wie Vielsitzen oder Stehen, Stürze – gerade im Alter – können von einer gut trainierten Muskulatur besser ausgeglichen werden. Oder sogar vermieden werden. Natürliche Heizung Muskeln erzeugen Wärme, auch in Ruhephasen. So fühlst du dich auch an kalten Tagen wohler und fitter. Energiefresser Muskeln brauchen Energie und erhöhen so deinen Grundumsatz. Du verbrennst automatisch mehr Kalorien, auch im Ruhezustand. Baust du Muskeln auf, kann dir das beim Abnehmen oder beim Gewichthalten helfen. Immunverstärker Muskeln beeinflussen positiv unser Immunsystem. Bei jeder Bewegung werden entzündungshemmende Botenstoffe freigesetzt. Weiter hilft regelmäßige Bewegung Stress abzubauen, den Blutzuckerspiegel zu regulieren und deinen Hormonhaushalt auszugleichen. Muskeln sind essenziell wichtig bei der Gesunderhaltung. Eine gut erhaltene Muskulatur kann das biologische Altern spürbar verlangsamen, unsere Beweglichkeit und Selbständigkeit mit fortschreitendem Alter erhalten. Sie steigern unsere Lebensqualität. Es reicht leider nicht, einmal die Woche etwas für das schlechte Gewissen zu tun. Das wäre zu schön. Regelmäßig heißt hier mehrmals die Woche Kraft- und Ganzkörpertraining, gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf. Aber es hilft bereits, das Auto stehen zu lassen und zu Fuß zu gehen oder das Fahrrad zu nutzen. Treppen zu steigen, statt den Lift zu nehmen. Wenn du meine Blogeinträge regelmäßig liest, hast du vermutlich mitbekommen, wie ich in diesem Jahr meine körperlichen Beschwerden in den Griff bekommen habe. Die Höhen und Tiefen meines Lebens haben mich gelehrt, offen zu sein, nicht festzuhalten. Das betrifft auch meine Yogalehrertätigkeit. Diese ist geprägt von meiner Selbsterfahrung. Ich gebe nur weiter, was mir selbst guttut. Meine Yogastunden haben sich verändert, sind kraftvoller geworden. Flexibilität ist Mobilität gewichen. Interessanterweise hat das meiner persönlichen Beweglichkeit nicht geschadet, im Gegenteil. Aber ich spüre deutlich mehr Stabilität in meinem Körper und damit auch in meinem Geist.
von Christine Lorenz • 12. November 2025
*1972 Von klein auf sportlich unterwegs: Ballett, Turnen, Modern Dance, Laufen, Yoga… Nach dem Abitur Ausbildung zur Großhandelskauffrau, heute in Teilzeit in der IT einer Bank. Seit 2016 zertifizierte Yogalehrerin 500 h mit eigenem familiärem Studio. Glücklich verheiratet. Mein Seelenort ist Rügen, dort kann ich vollständig abschalten und Energie tanken. Hobbies: draußen sein, Gartenarbeit, lesen, auf der Couch liegen. Wie ich zum Yoga kam… mein Wendepunkt Eine sehr belastende Beziehung und eine Krebserkrankung haben vor 20 Jahren ein großes Ausrufezeichen in meinem Leben hinterlassen. Nichts ist wichtiger als die eigene Gesundheit! Bis heute andauernde Reflektionsarbeit, Prioritäten immer wieder überdenken und neu entscheiden, begleiten mich seit jener Zeit. Während der Krebserkrankung lernte ich Yoga kennen und die Wirkung, die sich bei regelmäßiger Praxis entfaltet. Als mein Brotjob mir mehr und mehr über den Kopf wuchs, suchte ich Veränderung und fand sie mit meiner Yogalehrerausbildung. Zwei Jahre mit wichtigen Erfahrungen und persönlicher Weiterentwicklung. Mein Weg zum Yogastudio… Meine Yogalehrerausbildung sollte eigentlich nur ein Coaching für mich selbst werden. Vor einer Gruppe zu stehen und zu unterrichten, konnte ich mir am Anfang überhaupt nicht vorstellen und war auch nicht mein Ziel. Während der Ausbildung mussten wir mehrere Lehrproben durchführen und auf einmal war es da, das Gefühl endlich das Richtige zu tun. Bereits innerhalb der Ausbildungszeit durfte ich Vertretungen und einen ersten Yogakurs übernehmen. So durfte ich weiter wachsen und weiter lernen, wofür ich heute noch sehr dankbar bin. Es ergab sich, dass beim Umbau unseres Hauses ein Raum entstand, in dem ich mich weiter verwirklich durfte und so entstand YogaZeit. Meine Philosophie… Ich sag immer gerne, ich bin mein bester Kunde. Geduld wurde mir nicht in die Wiege gelegt und ich bin auch schnell gestresst. Wird die Todo-Liste zu lang, neige ich zur Prokrastination. Ich bin sehr gut strukturiert und organisiert und immer offen für Vereinfachung. Da ich selbst erfahren habe, wie Yoga mir aus einer körperlichen und seelischen schweren Zeit herausgeholfen hat; ich in den vielen Yogastunden, die ich bereits unterrichten durfte, an anderen Menschen diese Wirkung erleben durfte, steht Gesunderhaltung für mich weiterhin an oberster Stelle. So ist es mein größtes Anliegen, mich in diesem Bereich fortzubilden und dieses Wissen in meinen Yogastunden weiterzugeben. Was du von mir NICHT bekommst… -> Fancy Instagram-Fotos -> Fancy Yogastunden (immer am „Zahn der Zeit“) -> Yogastunden, die dich überfordern -> Präventionskurse (Warum ich keine Präventionskurse anbiete, liest du hier .) Was du von mir bekommst… -> Authentizität -> Yogastunden, die dich fördern und fordern -> Yogastunden, die dich abholen, wo du gerade stehst -> Flexibilität -> Selbstverantwortung -> Gesunderhaltung und Gesundheitsförderung
von Christine Lorenz • 31. August 2025
So sehr Yoga mein Herz gehört, ist mir doch bewusst, dass Yoga meinem Körper und meiner Seele guttut, aber meine Kondition wird dadurch nur bedingt verbessert. Mein Mann Markus hat nach seiner Handballkarriere das Laufen für sich gefunden. Auch ich war mal Läuferin, habe aber nach einem Läuferknie nie mehr dorthin zurückgefunden. Mehrere Anläufe verliefen im Sande oder wurden durch andere gesundheitliche Umstände wie meine Hüftprobleme torpediert. Es sollte nicht sein. So ist meine Kondition nicht wirklich die Beste, dass muss ich mir ganz ehrlich eingestehen. Nachdem dann die Diagnose für meine Hüftschmerzen erfolgte, war die große Frage, was nun? In Vorbereitung auf unseren Urlaub auf Rügen entdeckte ich dort das Angebot Yoga & Walken. So nahm ich spontan meine Walkingstöcke mit, die bestimmt 15 Jahr im Keller lagerten, und probierte es einfach aus. Vom Ergebnis bin ich selbst überrascht. Wie bereits in meinem Blog Mein Weg zur Schmerzfreiheit berichtet, ist das Walken mittlerweile Bestandteil meines persönlichen Trainingsprogramms. Ich muss zugeben, auch ich habe Menschen belächelt, die mit Stöcken durch den Wald laufen. Zwar habe ich vor vielen Jahren Nordic Walking bereits ausprobiert und festgestellt, so ohne ist dieser Sport nicht. Aber auch heute noch folgen einem die Blicke, wenn man mit seinen Stöcken vorbeiklappert. Zu den Fakten: Nordic Walking ist eine Ganzkörper-Ausdauersportart: 90% der Körpermuskulatur werden aktiviert, vor allem die der Arme, Schultern, Rücken, Bauch und Beine Nordic Walking stärkt das Herz, senkt den Blutdruck, verbessert die Blutzirkulation und regt den Stoffwechsel an Nordic Walking ist Gelenkschonend: Der richtige Einsatz der Stöcke entlastet die Gelenke bis zu 30% und ist daher auch bei Knie- und Rückenproblemen geeignet Nordic Walking fördert das Wohlbefinden: Das Laufen an der frischen Luft und meistens auch im Wald stärkt das Immunsystem und fördert das psychische Wohlbefinden. und noch Vieles mehr... Für mich ist Walken auch eine Form von Meditation. Der gleichmäßige und ganzkörperliche Bewegungsablauf hilft mir, im Hier und Jetzt anzukommen. Auch die gleichmäßigen Geräusche des Stockeinsatzes wirken auf mich meditativ, dass für mich die Läufe kurzweilig werden und ich manchmal überrascht bin, schon kurz vor dem Ziel zu sein. Es ist der Rhythmus, der mich trägt. Mein Kopf wird frei und ich genieße die Zeit an der frischen Luft. Wenn Du dich auch von den positiven Wirkungen des Nordic Walking überzeugen lassen möchtest, dann melde dich bei mir. Ich plane ab Oktober eine Art „ Lauftreff “ für Interessierte.
von Christine Lorenz • 27. Juli 2025
Ja, auch Yogalehrende bekommen Haltungsbeschwerden...
von Christine Lorenz • 2. Juni 2025
Wiederholung bedeutet, dass etwas immer und immer wieder gleich geschieht. Das können Worte sein, Bewegungen… Ein Synonym für Wiederholung ist Rückkehr. Für manche Menschen bedeutet Wiederholung Langeweile, nichts Neues, keine Action. Das Neue wirkt faszinierend, Endorphine werden ausgeschüttet und wir streben nach mehr. Doch in der Wiederholung kann auch etwas Besonderes liegen, schöne Erinnerungen und Momente. Wiederholung ist eher still und leise, verwandelt Flüchtiges in Beständiges. Für mich bedeutet Wiederholung auch Entspannung. Zum Beispiel fahre ich tatsächlich gerne immer wieder an den gleichen Ort in den Urlaub. Ich weiß, was mich erwartet, bin in den ersten Tagen nicht mit Suchen beschäftigt, kann mich sofort orientieren, weiß wo alles ist. Wenn wir etwas Erschaffen, ist meist der erste Entwurf auch nicht der Beste. Wir überarbeiten das Geschaffene wieder und wieder, bis es in unseren Augen perfekt wirkt. Und so bedeutet wiederholen auch immer wieder zu üben, wie ein Musikstück, dass erst durch regelmäßiges Üben einstudiert ist. Wiederholung ist kein Stillstand. Wiederholung formt unsere Fähigkeiten, unser Wissen und so unser Wesen. So kann aus einer regelmäßigen Handlung eine Gewohnheit werden und eine bewusst gelebte Gewohnheit formt unseren Charakter. So schafft Wiederholung Wachstum, leise und stetig, mit jedem Schritt. Was hat das mit Yoga zu tun? Deine regelmäßige Yogapraxis formt nicht nur deinen Körper, sondern auch deinen Geist. Sie darf zur Gewohnheit werden, so dass sie sich in deinem Alltag manifestiert. Yoga kann "fancy" sein und Menschen denken sich immer wieder etwas Neues aus. Aber erst durch regelmäßiges Üben entfaltet sich die Tiefe der Praxis und Yoga kann seine volle Wirkung entfalten. Vertraute Asanas laden dich immer wieder ein, genauer hinzuspüren und auch hinzuhören, wie sie sich für dich immer wieder anders anfühlen. Musst du dich nicht mehr auf Aufbau und Ablauf konzentrieren, kann Ruhe und Klarheit im Geist einziehen. Wiederholtes Üben im Yoga löst nach und nach Blockaden, im Geist wie in deinem Körper und so können Kraft und Beweglichkeit wachsen. Du lernst ein tieferes Verständnis deines Körpers und deines Geists und das ist Wachstum.
von Christine Lorenz • 24. Februar 2025
Wie wichtig Schlaf ist, merkt man erst, wenn er fehlt. Das durfte ich am eigenen Leib erfahren. Wechseljahresbedingte Hitzewallungen haben mich immer wieder aufwachen lassen. Nach der Hitze kam die Kälte und bis der Schlaf wieder kam, verging Zeit. So über Wochen. Und irgendwann hinterließ der fehlende Schlaf seine Spuren im Alltag. Schlaf ist mir wichtig geworden. Jeglicher Schlafmangel macht sich bei mir kater-ähnlich bemerkbar. Körper und Geist fordern ihn regelrecht ein. Jeder Mensch hat individuelle Bedürfnisse, wenn es um Schlaf geht, doch die meisten Erwachsenen benötigen etwa sieben bis neun Stunden pro Nacht. Und wenn ich in jungen Jahren eine zu kurze Nacht locker weggesteckt habe, mit zunehmendem Alter fühlt sich für mich eine kurze Nacht - mit oder ohne Alkohol – an, wie tagelang gar kein Schlaf.
von Christine Lorenz • 30. Dezember 2024
Wikipedia sagt: „Als Eigenverantwortung oder Selbstverantwortung (auch Eigenverantwortlichkeit) bezeichnet man die Bereitschaft und die Pflicht einer Person, für das eigene Handeln und Unterlassen Verantwortung zu übernehmen. Das bedeutet, dass man für das eigene Tun und Unterlassen einsteht und die Konsequenzen, …, dafür trägt.“ Das heißt, die daraus folgenden Konsequenzen zu akzeptiere, ohne einen anderen „Schuldigen“ zu suchen. In meinem Umfeld verstehe ich, dass ich Eigenverantwortung für mein eigenes Wohlbefinden übernehme, bezogen auf meinen Körper, meinen Geist und meine Seele. So bin ich auch selbst dafür verantwortlich, ein glückliches und erfülltes Leben zu führen. Das ist ein hoher Anspruch, denn ganz ehrlich, es ist doch viel einfacher, dem Arbeitgeber die Schuld zu geben, dass der Job einen nicht zufrieden stimmt, vielleicht man sich mehr Gehalt wünscht. Es ist einfacher, bei einem Streit dem anderen die Schuld zu geben, seine Ansichten sind falsch. Es ist schon wieder keine Zeit geblieben, zum Sport zu gehen, einen Spaziergang oder eine Pause zu machen… Doch Eigenverantwortung ist enorm wichtig. Es gilt, im Rahmen der Möglichkeiten, auf sich zu achten. D.h. im Umkehrschluss nicht , die Schuldfrage von anderen auf sich zu verlagern. Es geht darum, das eigene Handeln zu reflektieren und die Schwächen zu akzeptieren. Durch diese Akzeptanz stärken wir unsere Resilienz (Widerstandsfähigkeit). Wir sind uns unserer Stärken und unserer Schwächen bewusst und können somit auf sie reagieren. Wir verändern die Situation von passiv zu aktiv, nehmen Umstände nicht als gegeben hin und kommen ins Handeln. Dabei ist wichtig, die eigenen Glaubenssätze zu hinterfragen. Manche davon tragen wir seit Kindheitstagen mit uns „ich kann das nicht“, „ich bin zu schwach“, „Mädchen / Jungen machen sowas nicht“… diese Art der Glaubenssätze kennen wir alle. Zeit, uns diese bewusst zu machen und uns von ihnen zu lösen! Was für unser seelisches Gleichgewicht gilt, gilt auch für unseren Körper. Die WHO formulierte bereits 1948 „Gesundheit ist ein Zustand völligen psychischen, physischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen.“ So geht es im Yoga für mich nicht darum, in der Zukunft etwas zu erreichen, wie zum Beispiel das Erlernen einer schwierigen Asana. Für mich ist Yoga, meine ganzheitliche Balance zu finden, meinen Körper und meinen Geist in einen Zustand von Ausgeglichenheit und Harmonie zu führen. Für mich heißt Yoga, das Wohlbefinden von im Großen und Ganzen gesunden Menschen zu erhalten und einen positiven Impuls zu geben. Das bedeutet für mich, die Ist-Situation zu reflektieren und anzunehmen. Es geht in diesem Moment nicht darum, Gesundheit zu erreichen, sondern die Gesundheit zu fördern. Habe ich bereits Rückenschmerzen, wie finde ich eine gesunde Balance, mit diesen umzugehen? Wir verändern die Ausgangsposition, wir nehmen den Ist-Zustand an, lernen mit der Situation umzugehen und das Beste daraus zu machen. Dies klingt eventuell paradox, nimmt uns aber den Stress, zwingend in die Heilung zu kommen. Weniger Stress bringt mehr Entspannung, die Folge ist weniger Muskelanspannung und erzeugt im Umkehrschluss mehr Wohlbefinden. Jeder Mensch kann Yoga ausführen und wenn es nur ein paar tiefe Atemzüge sind. Diese sind manchmal effektiver als irgendeine spezielle, isolierte Übung. Wir haben mittlerweile verstanden, dass Symptome auftreten, aber diese nicht zwingend die Ursache sind. Die Ursache kann wo ganz anders im Körper oder auch in der Psyche sitzen. Während konservative Therapieformen primär das Symptom behandeln, versteht sich Yoga grundsätzlich ganzheitlich. Das soll konservative Therapieformen natürlich nicht ausschließen. Yoga lehrt uns Annahme, lehrt uns, die Gedanken auf das Gute zu lenken. Yoga vermittelt uns Techniken, mit denen wir unsere Gesundheit unterstützen und unseren Zustand mit beeinflussen bzw. aktiv verändern können. Wir übernehmen Verantwortung für uns selbst, kommen in die Eigenverantwortung und ins aktive Handeln.
von Christine Lorenz • 20. November 2024
Kennst du das auch? Mit dem Einzug der langen Nächte steigt die Vorfreude auf die Adventszeit. Diese Zeit umhüllt etwas Besonderes: wir machen es uns zu Hause gemütlich, es wird dekoriert, gebacken, wir treffen uns mit Freunden… Leider wird diese Zeit oft überdeckt mit Jahresendgeschäft, hektischen Erledigungen, zu vielen Terminen. Dabei sollte diese Zeit doch der inneren Einkehr gewidmet sein. Das Wort „Advent“ leitet sich vom lateinischen adventus, „Ankunft“ ab. Damit ist nicht das Warten auf’s Christkind gemeint, sondern die Rückkehr des Lichts in der dunkelsten Nacht am 21. Dezember. Die Adventszeit bereitet uns vor, die Rückkehr des Lichts gebührend zu empfangen und zu feiern. Daher rührt auch die Tradition des Adventskranzes, nur das man früher zu Beginn der Zeit alle vier Kerzen anzündete. Mit den kürzer werdenden Tagen löschte man jeweils eine Kerze, um so die zunehmende Kraft der Dunkelheit zu erfahren und anschließend die Rückkehr des Lichts ausgiebig zu feiern. So bestand der Adventskranz aus immergrünen Zweigen, rundgeformt wie das Rad des ewigen Lebens, das Schicksalsrad, die vier Kerzen Symbol für die vier Himmelsrichtungen Die Adventszeit umfasst eigentlich 28 Tage, einen Mondzyklus. Es war eine Zeit des Fastens, die mit dem Weihnachtsfest gebrochen wurde. Schon immer gehörten Feuer, Flamme und Licht in diese Zeit. Feuer wärmte und brachte die Menschen zusammen. Im Schein der Kerzen wurden Geschichten und altes Wissen weitergegeben. 
von Christine Lorenz • 22. Oktober 2024
Mit beiden Beinen im Leben stehen
von Christine Lorenz • 23. September 2024
Während meiner Yogalehrerausbildung durfte ich Blindfold Yoga kennenlernen, Yoga mit verbundenen Augen. Vielleicht gehörst du auch zu den Yogapraktizierenden, die gerne während ihrer Yogapraxis die Augen schließen? Die geschlossenen Augen verhelfen dir und deiner Yogapraxis auf eine andere Ebene. In einem meiner letzten Blog-Beiträge habe ich erläutert, warum Achtsamkeit so wichtig für uns ist, gerade in der heutigen Zeit. Blindfold Yoga ist ein Yogastil, unsere Achtsamkeit weiter zu schulen. Wir leben in einer visuell geprägten und vor allem schnellen Welt. Wir sind davon geprägt, was andere von uns denken, wie andere uns wahrnehmen und neigen zu äußerlichen Beurteilungen. Schließen wir die Augen, treten wir in unsere eigene Welt ein. Nehmen wir eben noch die Geräusche im Außen wahr, wird nach und nach jeder eigene Atemzug, jeder Herzschlag lauter und bewusster – aber vielleicht auch die eigene Stimme im Kopf. Und statt uns auf unser Inneres zu fokussieren, lassen wir uns gerne wieder ablenken. Pratyahara ist ein „Meilenstein“ auf dem 8-gliedrigen Pfad . Im Yoga üben wir das zurückziehen der Sinne. Pratyahara beschreibt den Zustand des Ausblendens, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Schließen wir während unserer Yogapraxis die Augen, blenden wir einen Teil unserer Sinne aus und sind „gezwungen“ uns auf andere Sinne zu konzentrieren. Das kann helfen, bewusster unseren Körper zu spüren, unsere Atmung bewusster wahrzunehmen. Wir können Bewegungen, Emotionen wahrnehmen, die mit geöffneten Augen unserer Aufmerksamkeit entgangen wären. Natürlich geht es bei den Asanas um eine gute Ausrichtung, auch um Verletzungen zu vermeiden. Mit geschlossenen Augen aber lernen wir, wie sich unser Körper in einer Asana anfühlt. Vorbei mit Vergleichen mit der Nachbarmatte, Zeit für Fühlen. Das bewusste Verbinden der Augen während der Yogapraxis geht noch einen Schritt weiter. Wir können nicht ohne weiteres die Augen wieder öffnen. Das kann in uns neue Emotionen auslösen, bringt uns neue Perspektiven und Erkenntnisse. Es geht um Vertrauen, Vertrauen in unseren Lehrenden, Vertrauen in uns Selbst und in unseren Körper. Wir lernen loszulassen und uns zu befreien, wie soll etwas sein. Wir lernen, so darf es sich anfühlen, so fühlt es sich gut an. Wir lernen uns selbst noch weit besser kennen. „Don’t care about how it looks, care about how it feels.” – Daniel Scott  Blindfold Yoga kann dazu beitragen, Ruhe und Gelassenheit zu stärken. Der Fokus auf unsere Atmung und unsere Empfindungen wirkt sich beruhigend auf unser Nervensystem aus.
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